Pfarre und Stadtpfarrkirche

Stadtpfarrkirche

Zu den Heiligen Schutzengeln

Gänserndorf liegt im nördlichen Marchfeld in 167 m Seehöhe. Die Stadtpfarrkirche "Zu den heiligen Schutzengeln" liegt auf einer leichten Anhöhe im Norden der Stadt an der Straße Richtung Prottes.

Gänserndorf war laut Urkunde bereits im Jahr 1345 Pfarre, diese wurde 1784 wiedererrichtet und dem Benediktinerstift Melk inkorporiert. Das kleine Gotteshaus wurde um 1300 errichtet und erhielt im 14. Jhdt. einen Chor. Die ehemalige Wehrkirche umgab ursprünglich ein bewehrter Kirchhof. Nach schweren Schäden infolge eines Brandes im Jahr 1683 wurde die Kirche 1695 im Rahmen der Erneuerungsmaßnahmen barockisiert. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Pfarrkirche durch einen westlichen Anbau im Jahr 1961.

An den im Kern spätromanischen Bau der Pfarrkirche schließt der gotische Chor an. Das mächtige Langhaus in Rechtecksform weist eine dominierende Westfassade auf. Den Bereich über dem Hauptportal nehmen ein großes Rundbogenfenster und ein hochgezogener Dreieckgiebel ein. Die Gliederung der Längsseiten erfolgt durch in der Mitte konzentrierte Glasfenster. Im Anschluss daran befindet sich das bis auf das westlichste Joch erhaltene spätromanische Langhaus mit dem Polygonalchor aus gotischer Zeit. Darüber erhebt sich der achteckige Turm, der von einem hohen Spitzhelm bekrönt wird. An den Langhausseiten sind unter den barocken Rundbogenfenstern in freigelegtem Bruchsteinmauerwerk romanische sowie frühgotische Spitzbogenfenster zu erkennen. Seit dem Jahr 1964 befindet sich eine sehenswerte Pestsäule mit barocker Pieta-Darstellung vor der Kirche.

An das weite saalartige Langhaus, das über eine Flachdecke verfügt, schließen das ehemalige barocke flach gedeckte Langhaus und der Chor an. Der im Kern gotische Chor der Kirche weist einen 5/8-Abschluss auf. Heute ist der gesamte Bereich als Presbyterium bestimmt. Im Norden des Baus befindet sich die barocke Sakristei. Die Kirche ist modern eingerichtet, die Ausstattung stammt aus der Umbauzeit. Susanna C. Polac gestaltete den Altar, Karl Nieschlag gestaltete das monumentale Kruzifix, die Orgel stammt von Gregor Hradetzky, der Taufstein ist ein Werk Fred Gillesbergers und die Glasmalerei in der Taufkapelle stammt von Hans Zeiler.

Die Emmauskirche (eine Filialkirche der Pfarre Gänserndorf) liegt im Siedlungsgebiet Gänserndorf-Süd an der Landesstraße nach Markgrafneusiedl.

Mit dem Bau des Seelsorgezentrums Gänserndorf-Süd wurde - initiiert vom damaligen Stadtpfarrer KR Msgr. Josef Neubauer - im Mai 1995 begonnen. Es wurde am 14. Juli 1996 von Erzbischof Dr. Christoph Schönborn geweiht.